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Praktiker Fragen

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  • Ist es notwendig in einer Gruppe zu praktizieren, um in den vollen Genuss der positiven Auswirkungen der magischen Bewegungen zu gelangen?
  • Wie oft soll ich die einzelnen magischen Bewegungen wiederholen? Bei manchen magischen Bewegungen aus dem Buch Tensegrity gibt es  ja ungefähre Hinweise, aber bei anderen steht gar nichts dabei.
  • Ich habe bei der regelmäßigen Übung bestimmter magischer Bewegungen oder Serien Erfahrungen der Erschöpfung, der Angst und des körperlichen Unwohlseins gemacht.

  • Gibt es magische Bewegungen zur Steigerung der Selbstdisziplin? Ich muss mich immer wieder zwingen, die magischen Bewegungen zu üben, und manchmal gelingt mir auch das nicht. Was soll ich tun?

  • Was versteht ihr unter einer "Praxis mit Zuneigung und Hingabe"?

  • Ist es okay die magischen Bewegungen im Freien zu praktizieren? Einige von ihnen scheinen doch geradezu dazu prädestiniert zu sein, vor allem die Kriegergeste magischer Absicht als Ausdruck der Zuneigung für die Erde.

  • Sollen wir bestimmte magische Bewegungen während bestimmten Tages- oder Jahreszeiten einsetzen?
  • Eine Frage zur Rekapitulation: Soll ich mich beim Rekapitulieren streng an die Liste halten? Kürzlich kamen mir dabei spontane Erinnerungen an Ereignisse, die nicht in die chronologische Reihenfolge der Liste passten, und ich fragte mich, wie ich mit diesen Erinnerungen verfahren soll.
  • Warum sind die Schülerinnen des Don Juan hier geblieben? Werden sie demnächst wieder auf Workshops auftreten?

  • Fragen über den Abschied von Carlos Castaneda

Ist es notwendig in einer Gruppe zu praktizieren, um in den vollen Genuss der positiven Auswirkungen der magischen Bewegungen zu gelangen?

Nein, das ist nicht nötig. Wie Carlos Castaneda in seinem Buch Tensegrity schreibt:
        "Das Üben in Gruppen ist in mancher Hinsicht vorteilhaft, in anderer schädlich. Der Vorteil liegt im Entstehen eines Bewegungs-Konsensus und in der Möglichkeit zum Lernen durch Leistungskontrolle und Vergleich. Der Nachteil besteht darin, dass es die Abhängigkeit von anderen fördert. Es kommt auch zu syntaktischen Kommandos und Aufforderungen, die etwas mit Hierarchie zu tun haben." (S. 33)
        Die Idee der syntaktischen Kommandos führt er auf der folgenden Seite weiter aus, genauso wie die Vorteile des Praktizierens in großen Gruppen. Die Wahl des besten Weges der Praxis wird aber weiterhin dem einzelnen überlassen:
        "Tensegrity sollte so ausgeübt werden, wie es am leichtesten fällt - in Gruppen, allein oder beides." (S. 34)
        Wir haben herausgefunden, dass uns das Alleine-Praktizieren erlaubt, magische Bewegungen zu üben, die uns zum gegebenen Zeitpunkt individuell am meisten zu nutzen scheinen, während uns die Zusammenarbeit in der Gruppe hilft, unsere Praxis auszubalancieren, indem sie uns dazu bringt, magische Bewegungen zu üben, die wir ansonsten nicht üben würden, oder indem sie uns hilft, unsere Geschwindigkeit an die der Gruppe anzugleichen.
        Diese Anpassungen und Angleichungen können eine Bewegung des Montagepunktes herbeiführen. Und sie können uns helfen, eine neue Verbindung zur Absicht zu schmieden: der Absicht, auf neue Art wahrzunehmen und zu handeln - mit Zuneigung und Dankbarkeit für unsere Mitmenschen und alle anderen Wesen.

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Wie oft soll ich die einzelnen magischen Bewegungen wiederholen? Bei manchen magischen Bewegungen aus dem Buch Tensegrity gibt es  ja ungefähre Hinweise, aber bei anderen steht gar nichts dabei.

Wir haben herausgefunden, dass es für Praktiker, die gerade mit der Übung der magischen Bewegungen beginnen, recht nützlich ist, wenn sie fünf bis zehn Wiederholungen der einzelnen magischen Bewegungen als Richtlinie betrachten. Bestimmte magische Bewegungen, die viele Bewegungsschritte umfassen oder eine tiefe Atmung erfordern, können auch wenigere Male geübt werden, während einfachere sich anbieten, häufiger wiederholt zu werden.

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Ich habe bei der regelmäßigen Übung bestimmter magischer Bewegungen oder Serien Erfahrungen der Erschöpfung, der Angst und des körperlichen Unwohlseins gemacht.

Uns wurde beigebracht, dass es eine der Schlüsselerfahrungen zur Umverteilung und zum Zurückholen von Energie, welche die magischen Bewegungen mit sich bringen, ist, dass man lernt zu wissen, wann es an der Zeit ist, mit ihrer Praxis anzufangen oder auch aufzuhören. So können wir nur empfehlen, daß man alle magischen Bewegungen, die irgendein Problem zu verursachen scheinen, nur spärlich üben oder ihre Praxis so lange aussetzen sollte, bis das Problem verschwunden ist.
        Carlos Castaneda schreibt in The Wheel of Time (Das Rad der Zeit):
        "Wenn ein Krieger in irgendeiner Hinsicht erfolgreich sein will, muss dieser Erfolg langsam kommen, mit einem großen Maß an Einsatz, jedoch ohne Stress oder Besessenheit." (S. 116)

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Gibt es magische Bewegungen zur Steigerung der Selbstdisziplin? Ich muss mich immer wieder zwingen, die magischen Bewegungen zu üben, und manchmal gelingt mir auch das nicht. Was soll ich tun?

Unser Training und unsere derzeitigen Bestrebungen schließen es ein, dass wir uns bei der Übung der magischen Bewegungen von unserem Körper leiten lassen; unser Ziel ist es, dass wir lernen, auf unseren Körper zu hören und seinen Impulsen zu folgen - sich zu bewegen, wenn er sich bewegen will, und stillzuhalten, wenn er stillhalten will.
        Außerdem finden es manche von uns motivierend, in einer Gruppe zu praktizieren - also machen wir das auch.
        Sämtliche magische Bewegungen helfen, die Selbstdisziplin zu steigern. Es mag aber sowohl für die Praktiker, die Probleme haben, ihre Übungen aufzunehmen, wie auch für jene, die nicht wissen, wann sie besser aufhören sollten, nützlich sein, sich zurückzurufen, was Schamanen unter "Disziplin" verstehen. Don Juan erklärt dies seinem Schüler Carlos Castaneda in Das Wirken der Unendlichkeit:
        "Unter Disziplin verstehe ich nicht das starre Einhalten von Routinen. Zauberer begreifen Disziplin als die Fähigkeit, unerwarteten und widrigen Umständen mit Gleichmut entgegenzutreten. Für sie ist Disziplin eine Kunst: die Kunst der Unendlichkeit ins Auge zu blicken, ohne mit der Wimper zu zucken - und dies nicht weil sie stark oder verwegen wären, sondern weil sie mit Ehrfurcht erfüllt sind." (S. 224)

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Was versteht ihr unter einer "Praxis mit Zuneigung und Hingabe"?

Dies bedeutet, die magischen Bewegungen mit genau diesem Gefühl von Ehrfurcht und Freude anzugehen, anstatt sie als ein Investor zu üben, der nur darauf schaut, was er im Gegenzug erhält.

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Ist es okay die magischen Bewegungen im Freien zu praktizieren? Einige von ihnen scheinen doch geradezu dazu prädestiniert zu sein, vor allem die Kriegergeste magischer Absicht als Ausdruck der Zuneigung für die Erde.

"Das Üben der magischen Bewegungen, wie sie in Tensegrity gelehrt werden, ist nicht unbedingt auf bestimmte räumliche Gegebenheiten oder feste Zeiten angewiesen. Die Bewegungen sollten jedoch nicht bei starken Luftströmungen geübt werden. Don Juan hielt die Wirkung von Luftströmungen auf den schwitzenden Körper für gefährlich." (Tensegrity, S. 33)

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Sollen wir bestimmte magische Bewegungen während bestimmten Tages- oder Jahreszeiten einsetzen?

Als wir den vier Schülern des Don Juan ähnliche Fragen stellten, sagten sie, dass es das Beste sei, wenn wir dies für uns selbst herausfinden, was uns helfen würde, den "inneren Seher" zu entwickeln.
        Don Juan erklärte seinen Schülern, dass die magischen Bewegungen selbst den Praktiker zu einem "ungeahnten Höhepunkt" führen können, in dem sich alle Fragen nach dem wann und wo der Praxis von selbst aufklären und die Praktiker fähig werden, die magischen Bewegungen "richtig und schnell auszuführen, beim Gehen, beim Essen, beim Ausruhen oder irgendwelchen anderen Tätigkeiten, weil sie die dazu notwendige Energie haben." (Tensegrity, S. 33)

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Eine Frage zur Rekapitulation: Soll ich mich beim Rekapitulieren streng an die Liste halten? Kürzlich kamen mir dabei spontane Erinnerungen an Ereignisse, die nicht in die chronologische Reihenfolge der Liste passten, und ich fragte mich, wie ich mit diesen Erinnerungen verfahren soll.

Taisha Abelar sagte uns, dass wir unter solchen Umständen ein "Lesezeichen" in unsere chronologische Liste legen und die spontane Erinnerung rekapitulieren sollten. Danach könnten wir zu unserer Liste zurückkehren. Das Wichtigste sei es jedoch, erklärte sie, immer weiterzumachen und uns nicht von Fragen der Vorgehensweise vom Rekapitulieren abhalten zu lassen.

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Warum sind die Schülerinnen des Don Juan hier geblieben? Werden sie demnächst wieder auf Workshops auftreten?

Die drei Schülerinnen des Don Juan sind hier, um die Bestrebungen der Tensegrity-Lehrer zu überwachen, einen der meistgehegtesten Träume von Carlos Castaneda Wirklichkeit werden zu lassen: den Traum von einer vereinigten Körperschaft von individuellen Praktikern der magischen Bewegungen, die ihre unterbrochene Reise der Bewusstheit wiederaufnehmen.
        Im Augenblick werden sie jedoch nicht persönlich auf den Workshops erscheinen, weil sie wollen, dass diesem Traum Flügel wachsen. Für Carlos Castaneda und für sie ist es ein Traum, in dem sich eine Gruppe von Praktizierenden nicht auf eine Person oder eine Gruppe von Personen konzentriert, sondern auf das abstrakte Ziel der Befreiung der Wahrnehmung.

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Fragen über den Abschied von Carlos Castaneda

Folgende Erklärung ist als Antwort auf die zahlreichen Fragen gedacht, die aufgrund des derzeitigen Medienrummels um Carlos Castaneda an Cleargreen gestellt wurden:

Don Juan Matus führte seinen Schüler, Carlos Castaneda, in die kognitive Welt der Schamanen des alten Mexikos ein. Carlos Castaneda hat in seinen Schriften ausführlich über seine Lehrzeit bei Don Juan berichtet, in der dieser ihn mit dem Weg des Kriegers vertraut machte. Für Don Juan war ein Krieger ein Wesen, welches ein Leben führt, das bis zum Rande erfüllt ist mit der Erkundung der endlosen Möglichkeiten menschlicher Bewusstheit, die gewöhnlich nie genutzt werden, ein Wesen, das, wenn seine Zeit gekommen ist, eine endgültige Reise der Bewusstheit antritt und "in die totale Freiheit überwechselt."

Don Juan erklärte seinem Schüler: "... Krieger behalten ihre Bewusstheit, die gewöhnlich im Moment des Todes abgetreten wird. Im Augenblick des Übergangs erglüht der gesamte Körper im Licht des Wissens. Jede einzelne Zelle wird sich auf einmal ihrer selbst wie auch der Gesamtheit des Körpers bewusst."

Carlos Castaneda verließ die Welt auf dieselbe Weise, wie es sein Lehrer Don Juan Matus zuvor getan hatte: in voller Bewusstheit.
Das kognitive System unserer Alltagswelt bietet keine Möglichkeit, ein derartiges Phänomen zu umschreiben. Daher wurde Carlos Castaneda im Sinne der rechtlichen Begriffe und amtlichen Pflichten, die unsere  Alltagswelt fordert, für tot erklärt.
Carlos Castaneda arbeitete unablässig und mit größter Sorgfalt daran, die kognitive Welt der Schamanen des alten Mexikos und den Weg des Kriegers jedem Interessierten zugänglich zu machen. Indem er die Welt als einsamer Krieger in totaler Bewusstheit verlassen hat, hinterließ Carlos Castaneda einen Wissensschatz, der für jeden zugänglich ist, der sich in die unendlichen Schichten der Bewusstheit vorwagen will, die für uns Menschen zugänglich sind.

Und laut Don Juan beginnt diese Reise genau hier, in der Welt, in der wir leben, in einer Welt,
"... die so geheimnisvoll und unerschöpflich ist, wie irgend etwas nur sein kann. Um die Wunder unserer alltäglichen Welt zu ergreifen, brauchen wir vor allem ein gewisses Maß an Unvoreingenommenheit. Noch wichtiger als Unvoreingenommenheit ist jedoch, dass wir genügend Zuneigung und Hingabe aufbringen."
"Ein Krieger muss diese Welt lieben," erklärte Don Juan, "damit
sich diese Welt, die so selbstverständlich und alltäglich erscheint, sich öffnet und ihre Wunder offenbart."

Zitate: Carlos Castaneda, The Wheel of Time (1998)

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